Wie man sich bettet, so steht man: Über das Schlafen in Rückenlage und warum Sie eine harte Matratze brauchen

Liebe Leser, 

während ich noch mein Buch Korrektur lesen lasse und nach einem Buchtitel suche, können Sie hier schon mal einen Auszug aus dem Kaptiel über Schlafpositionen und gesunde Matratzen lesen. 

Viel Spaß damit.

 

Schlafen in Rückenlage - Wie weiche Matratzen Ihren Rundrücken noch verschlimmern

Stellen Sie sich mal einen Menschen mit Rundrücken vor wie er da so steht. Entgegen dem Prinzip der Zig-Zag Linie, das Sie im vorhergehenden Kapitel kennengelernt habn, steht so ein Mensch eher wie ein Fragezeichen, gebeugt, alt, und müde von der zusätzlichen Arbeit, die seine Muskeln leisten müssen.  

Nun drehen Sie dieses Bild mal um neunzig grad, dann haben Sie einen liegenden Menschen mit Rundrücken.

Legen Sei diesen Menschen jetzt bitte mental auf einen steinharten Fussboden und stellen Sie sich vor, wie im Schlaf die Schwerkraft wirkt.

Genau, als erstes würde sich der Kopf senken und auf dem Fussboden aufliegen. Dadurch würde sich mechanisch das Brustbein heben.

Die im Stehen nach vorne zeigenden Schultern würden nun im Liegen zunächst nach oben zeigen, aber dann so wie der Kopf im Laufe der Nacht langsam von der Schwerkraft neben den Brustkorb gezogen werden.

 

Anders gesagt, wenn Sie einen Rundrücken haben, dann können Sie sich im Schlaf wunderschön von der Schwerkraft dehnen lassen und am nächsten Morgen aufgerichtet aufstehen.

Nun stellen wir uns den gleichen Menschen noch mal auf einer sehr weichen Matratze vor und zu allem Überfluss legen wir ihm jetzt noch ein schönes dickes Kopfkissen unter den Schädel. Das Kopfkissen sorgt zunächst dafür, dass der Kopf, den Sie den ganzen Tag schon vor sich hergetragen haben, auch Nachts noch in dieser schönen Position bleibt.

Die weiche Matratze egal ob Latex, Federkern oder Erinnert-Sich-an-Ihren-Rundrücken-Schaum lässt Sie schön tief einsinken. Hier muss sich der Körper natürlich überhaupt nicht anpassen und verbleibt die ganze Nacht in dieser gebeugten Haltung.

 

Wenn Sie dann am nächsten morgen den Körper mental wieder um neunzig Grad drehen und in eine “aufrechte” Körperhaltung bringen, hat sich diese grauselige Körperstruktur über Nacht noch verfestigt. Und wenn Sie noch tausend Euro drauf legen, dann erinnert sich der Schaum am Abend wieder an Ihren Rundrücken und heisst sie für die nächste Runde willkommen.

(...).

Es macht keinen Unterschied, ob Sie täglich dreissig Minuten Stretching oder Yoga üben, wenn Sie dann Nachts mit einer weichen Matratze und Ihrem Kopfkissen all diese Anstrengungen wieder zunichte machen.

Die Rückenlage auf einer harten Matratze ist daher im Kampf gegen Rückenschmerzen in der Regel die beste Lösung.

Um es sich etwas bequemer zu machen, empfehle ich übrigens in Rückenlage ein Kopfkissen unter die Knie zu schieben. Das lässt die Lendenwirbelsäule flacher aufliegen und wird als sehr entspannend empfunden. Bei akuten Rückenschmerzen ist das oft eine sehr effiziente erste Hilfe.

Wer radikal von sehr weich auf Futon-hart umstellt und Kopfkissen gewohnt ist, der kann übrigens in den ersten Wochen mit Muskel- vielleicht sogar Faszienkater rechnen. Gerade im Alter kann es ratsam sein, eher langsam umzustellen.

Für mich als Faszientherapeut ist übrigens die Tatsache interessant, dass Patienten nach der ersten Sitzung oft davon berichten, dass Ihnen dass Kopfkissen auf einmal unbequem ist, selbst wenn das Thema schlafen noch nicht angesprochen wurde.

Das liegt in der Regel daran, dass der Kopf als Resultat der Sitzung wieder über den Schultern steht. Viele Menschen wirken dadurch auch ein wenig grösser.

Also, schlafen Sie gut - und vergessen Sie nicht: Wie man sich bettet, so steht man!

 

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Kommentare: 8
  • #1

    CommanderROR (Samstag, 27 April 2019 00:52)

    Wenn es nur so einfach wäre...leider sieht es in der Realität oft so aus, dass eine harte Matratze und ein flaches Kiesen dazu führen, dass im Schlaf die HWS nach hinten knickt, und damit ist dann auch niemandem gedient...
    Ob diese Methode ratsam ist hängt in erster Linie davon ab, wie weit der Rundrücken schon verfestigt ist, und inwiefern andere Teile der Wirbelsäule ausgleichen...

  • #2

    Peter Scholten (Samstag, 27 April 2019 11:11)

    Es ist so einfach - wenn man den Artikel bis zum Ende liest. Da steht dann folgendes: "Wer radikal von sehr weich auf Futon-hart umstellt und Kopfkissen gewohnt ist, der kann übrigens in den ersten Wochen mit Muskel- vielleicht sogar Faszienkater rechnen. Gerade im Alter kann es ratsam sein, eher langsam umzustellen.".
    Das kann dann zum Beispiel heissen, das man das Kopfkissen nicht sofort ganz weglässt, sondern graduell in der Höhe reduziert. Oder eben erst einmal nicht die alleehärteste Matratze wählt. Generell gilt: Mitdenken hilft.

  • #3

    Peter (Dienstag, 11 August 2020 05:52)

    Sorry, aber dieser Text ist Unsinn. Schlicht Unsinn. Er zeigt nur das auf was im Volksmund alle gerne sagen, man solle eben hart liegen. Das ist aber so einfach nur falsch!

    Ich kämpfe mich seit Jahren durch die Matratzenwelt. Von gewöhnlichen Schaumstoff über Memoryschaum, Mehrzonenmatratzen, Federkernmatratzen, Taschenfederkernmatratzen in weich, mittelfest als auch fest.

    Ich neige zu einem Hohlkreuz. Im Text wird erwähnt man wache gestreckt wieder auf. Ja, das tut man. Aber man wacht überstreckt wieder auf! Man festigt jede Nacht sein Hohlkreuz mehr und mehr. Eine Matratze darf aber nicht so konstruiert sein dass man davon ein Hohlkreuz bekommt! Eine harte Matratze gibt hier keinerlei Stabilität an höher liegenden Körperteile.

    Aber was erwartet man schon. 90% der Matratzenverkäufer haben Null Plan von Anatomie, die wissen wahrscheinlich nichtmal wieviele Wirbel wir besitzen.

    Die Härte muss aufs Gewicht abgestimmt sein. Nur das und nichts anderes. Desweiteren ist eine Matratze ausschließlich dazu da um es bequemer am Lattenrost zu haben. Und der Lattenrost, und jetzt kommts, ist eigentlich dazu da sich der Kontur des Körpers anzupassen. Aber das weiß heute niemand mehr. Sehr euch die Matratzen mal an! Der Lattenrost wurde arbeitslos gemacht. Man könnte die Matratzen überall hinlegen, es würde keinen Unterschied machen! Dabei hätte sie nur eine simple Funktion. Aber dann kann man sie ja nichtmehr teuer verkaufen......

  • #4

    Peter Scholten (Freitag, 21 August 2020 16:52)

    Lattenroste dienen lediglich dazu, die Matratze so zu belüften, dass sie nicht fault. Das war's schon und deshalb muß man dafür auch nicht tausende Euro ausgeben. Da lassen sich viele Menschen Unsinn andrehen. Oft wird ja argumentiert, die Lendenwirbelsäule müsse gestützt werden.
    Das ist Unsinn. Vor allem, weil der Lendenwirbelbereich so eng bemessen ist, dass man dann ja nicht mal eine Handbreit höher oder tiefer liegen könnte. Ich empfehle ja statt Lattenrost oder auf den Lattenrost Tatami zu legen. Das funktioniert wunderbar.
    Ansonsten ist Ihr Text recht konfus. Wenn Sie Ihr Hohlkreuz loswerden wollen, sollten Sie die höher liegenden Körperteile eben nicht stützen. Harte Matratzen "Überstrecken" auch nicht. Dann wären Sie Ihr Hohlkreuz ja schon los.
    Ich verstehe auch nicht, warum Sie den Text als Unsinn bezeichnen, mit Ihren eigenen "Erkenntnissen" seit Jahren aber immer noch unter einem Hohlkreuz leiden. Es ist schon lustig, wenn die Unfähigen den Leuten, die etwas schon seit Jahren erfolgreich praktizieren, erklären warum das falsch ist.
    Aber machen Sie ruhig mal weiter so! Viel Erfolg!

  • #5

    Nicole Berger (Donnerstag, 01 Juli 2021 20:51)

    Ich finde Ihren Artikel super! Ich schlafe schon länger auf einem harten Futon und bin zufrieden damit. Zudem kenne ich viele die keine Rückenbeschwerden mehr haben, weil sie auf einer harten Matratze schlafen. Ich habe jedoch ein bisschen Mühe auf der Seite zu schlafen, wegen meinem Nacken, hätten Sie da einen Tipp?

  • #6

    Peter Scholten (Freitag, 02 Juli 2021 17:42)

    Hallo,
    ja, die Erfahrung, dass es sich hart auf Dauer besser schläft wird mir auch in der täglichen Arbeit in der Praxis immer wieder bestätigt.
    Für manche Frauen kann die Seitenlage für das Hüftgelenk schwierig sein.
    Was den Nacken betrifft, muß man darauf achten, ein sehr festes und recht dickes Kissen zu benutzen, damit die HW nicht zu weit abknickt. Auch ein Kissen zwischen die Knie zu legen wird oft als angenehm empfunden.
    Viel Erfolg!

  • #7

    Michaela (Mittwoch, 21 Juli 2021 14:53)

    Hallo,

    ich habe eine Hyperkyphose mit 73 Grad, eine Hyperlordose und eine leichte Skoliose. Ich brauche eine neue Matratze und bin erschlagen von den ganzen Angeboten. Was wäre bei meinem Rücken denn angebracht? Für die Kyphose würde ich eine harte Matratze wählen, aber was mache ich mit dem Hohlkreuz? Ich habe auch so einen richtigen Schwanenhals entwickelt. Ich bin aber noch recht beweglich, deswegen wurde auch gegen eine Operation entschieden. Besonders der Nacken, Schultern und der Übergang BWS-LWS macht die meisten Probleme. Der Rundrücken ist leider schon recht eingesteift. Ich bin 57 und habe das schon in der Kindheit gehabt. Damals gab es ein Gipsbett und KG. Heute gibt es ja die sehr gut funktionierenden Korsetts. Ich habe auch ein Erwachsenenkorsett. Es ist schon sehr anstrengend das zu tragen, aber damit sind Patienten im Erwachsenenalter noch wieder auf 40 Grad gekommen. Vielen Dank für Ihre Hilfe!

    Herzliche Grüße
    Michaela

  • #8

    Peter Scholten (Donnerstag, 22 Juli 2021 08:19)

    Hallo Michaela,
    Dir eine genaue Empfehlung oder Handlungsanweisung zu geben ist aufgrund Deiner besonderen Körperstruktur auf diesem Wege nicht seriös möglich.
    Gerne möchte ich Dir aber ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben:
    1. Du wirst selber aktiv nach Lösungen suchen und Dich weniger auf Ärzte (und noch viel weniger auf Bettenhersteller) und viel mehr auf Dein Körpergefühl verlassen müssen.
    2. Du wirst Dein Bett über die Jahre viel öfter als andere Menschen Deiner Entwicklung anpassen müssen (hoffentlich im positiven Sinne).
    3. Deine Wirbelsäule solltest Du immer in ihrer Gesamtheit betrachten - auch Lordose und Kyphose beeinflussen einander. Eine Verbesserung der Kyphose wird wahrscheinlich auch schon das Schmerzbild im Lendenwirbelbereich verbessern, da die Spannung immer auf der gesamten WS lastet.
    4. Mache Dir Deine eigenen Gedanken und teste Produkte nur mit Rückgabemöglichkeit. Wenn jemand mit Deiner Krankengeschichte einen Bettenbauer kontaktiert, dann leuchten da erst mal die Dollarzeichen in den Augen.
    Gerade mit Lattenrosten wird ja oft massiv überteuerter Unsinn verkauft. Was Du genau brauchst kann ich Dir leider nicht sagen. Für den Durchschnittsverbraucher gilt aber folgendes: Der Lattenrost soll nur die Matratze belüften, damit diese nicht schimmelt. Das war's!
    Gerne werden ja Bilder gezeigt, wo der Lattenrost angeblich ganz toll die Lendenwirbelsäule in Seitenlage stützt. Das ist, soweit ich das ersehen kann, fast immer Volksverdummung: Der Raum zwischen Deiner Beckenschaufel und der 10. Rippe liegt vielleicht bei 10 cm. Die müssten jetzt punktgenau gestützt werden. Das würde ja dann heissen, dass man auf 2 oder 3 cm genau immer auf der exakten Höhe seiner Matratze liegen müsste. Denn sonst würde ja die Stütze gleich eine völlig falsche Stelle im Körper stützen. Und das müsste man ja dann auch sofort spüren.
    In der Regel spürt man aber gar nichts - ausser dass man ein paar Tausend Euro zu viel ausgegeben hat ;)
    Dir wünsche ich viel Erfolg bei einer sicher langen, aber hoffentlich erfolgreichen Suche nach der für Dich persönlich optimalen Lösung.
    Herzliche Grüße,
    Peter Scholten