Trend Haltungskorrigierende Kleidung – Warum Sie lieber Ihren Kopf gebrauchen sollten

 

Auf meinen Info-Abenden zum Thema Faszien Therapie bin ich jetzt schon mehrmals auf das Thema „Haltungskorrigierende Kleidung“ angesprochen worden. Also Kleidung, die einen Rundrücken oder eine Kopf-Vorne Haltung korrigiert und dem Träger oder der Trägerin einen geraden Rücken verspricht.

Das entspricht auch der Herangehensweise vieler Menschen: Statt etwas für etwas zu tun, tun sie etwas dagegen. Man sieht das oft bei Ernährung: Statt sich gesund zu ernähren, kaufen die Menschen Diätpillen oder machen Detox-Kuren. Es ist halt immer so viel einfacher etwas zu kaufen, statt sich selber zu verändern.

Wenn Fehlhaltungen wie Rundrücken und Kopf-Vorne-Position mit speziellen T-Shirts verbessert werden könnten, wie schön einfach wäre das Leben.

Tatsächlich gibt es drei Varianten dieser Idee, die aber letztlich alles das Gleiche bewirken:

Zunächst eine Art Rucksackgurt, nur ohne den Sack, der mit Riemen die Schultern zurückzieht und den Rücken durchdrücken soll. Dann sehr enge T-Shirts, die ähnlich wie kinesiologische Tapes funktionieren und den Rücken gerade halten sollen. Und letztlich auch elektronische Warngeräte, die einen Rundrücken erkennen und den Menschen warnen.

 

Leider beruht die Idee, man könne seine Haltung durch das Tragen von Funktionskleidung verbessern auf drei Denkfehlern, die den Trägern dieser Kleidung auf Dauer massive Probleme bereiten können.

 

Irrtum N°1: Haltung entsteht in den Muskeln

Immer wieder wird schlechte Körperhaltung den Muskeln in die Schuhe geschoben. Das ist schon ein wenig unfair, schließlich tun Muskeln nur das, was das Gehirn ihnen befiehlt. Das können Sie auch gleich ganz einfach an sich testen: Gucken Sie auf Ihren Handteller und beugen Sie explosionsartig Ihren Bizeps. Wenn Sie nun einen roten und leicht schmerzhaften Abdruck auf Ihrer Stirn bemerken, ist das mitnichten die Schuld Ihres Bizeps. Schuld ist Ihr Gehirn, das dem Bizeps einen so unsinnigen Befehl gegeben hat.

So verhält es sich mit allen Bewegungen und eben auch mit dem Rundrücken: Sie werden im Nervensystem vorgegeben und von der Muskulatur nur ausgeführt.

 

Richtige Bewegung und richtige Körperhaltung will daher gelernt, nicht trainiert sein.

 

Wenn also zum Beispiel ein Kind Fahrrad fahren lernt, dann geht es nicht darum, seine Beinmuskulatur zu stärken, sondern darum, im Nervensystem neue Muster anzulegen.

 

Man kann sich natürlich auch ein Leben lang nicht weiterentwickeln und noch mit 60 mit Stützrädern fahren. Und ebenso kann man sich natürlich auch als Erwachsener noch in Haltungskorrigierende Kleidung zwingen, weil man nie gelernt hat, richtig zu stehen und zu sitzen. Ob man das will, das muss jeder für sich entscheiden.

 

Irrtum N°2: Den Muskeln fehlt es für eine aufrechte Körperhaltung an Kraft

Es gibt immer noch Menschen, die glauben ein Rundrücken sei auf einen Mangel an Muskelkraft zurückzuführen. So kommt man dann auch zu der Annahme, der Rücken müssen zusätzlich gestützt werden. Auf den schönen Werbebildern sehen wir dann junge sportliche Menschen, die diese tollen T-Shirts tragen. Da darf man sich dann aber schon mal fragen, warum die Spezies Mensch so verkümmert sein sollte, dass sie schon im ersten Drittel ihres Lebens auf Krücken und Korsetts angewiesen ist, um sich einfach nur aufrecht halten zu können. Sind wir alle tatsächlich so degeneriert?

Tatsächlich hängt aber etwa der Rundrücken nur in den allerseltensten Fällen mit zu geringer Kraft im Rücken zusammen. Eher liegt es wie beschrieben am Gehirn. Die meisten Rundrücken entstehen durch Bewegungsmuster, die zu viel Spannung auf der Vorderseite, sprich in den Bauchmuskeln, erzeugen. Bei kleinen Kinder kann man in der Regel noch einen offenen Brustkorb und einen konvexen Bauch beobachten. Das geht nur mit tief entspannter Bauchmuskulatur.

 

Viele Erwachsene Menschen hingegen leiden unter viel zu hoher Anspannung im Bauch. Dieser beugt der Anatomie folgend den Rücken. Tut er das ständig, nennt man dies Rundrücken.  

 

Sie können das auch einfach testen, indem Sie sich einmal aufrecht und gelöst hinstellen. Halten Sie den Blick waagerecht auf Horizont und atmen tief und entspannt durch. Wenn Sie nun Ihre Aufmerksamkeit durch den Körper fließen lassen, werden Sie keinen Muskel finden, den Sie stärker anspannen könnten und der sie dabei besser aufrichten würde. Insbesondere eine starke Anspannung im Bauchmuskel zieht Sie nun in die Rundrückenposition und verschlechtert Ihr Atemmuster.

Aufrechte Körperhaltung entsteht durch Entspannung. Sie bedarf im gesunden Menschen keinerlei Hilfsmittel.

Überhaupt darf man sich mal die Schizophrenie dieser Gedankenwelt bewusstmachen: Da gibt es Menschen, die empfehlen (angeblich) tagsüber ergonomische Stühle, haltungskorrigierende T-Shirts und am besten noch Einlagen. Alles Utensilien, die die Stützmuskulatur entlasten sollen. Die gleichen Menschen, denken aber der Rücken sei zu schwach, und man solle doch mit Physiotherapie oder Krafttraining die Rückenmuskulatur stärken.

Eigentlich ein tolles Geschäftsmodell: Erst kaufen Sie Kleidung und Möbel, die die Arbeit der Muskeln verringern und abends kaufen Sie dann noch ein Abo für den Fitnessclub um die gleichen Muskeln wiederaufzubauen.

Da kann die Fastfood Industrie noch was lernen und Ihnen als Zusatz zum Extra-Fett Menu XXL gleich noch ein paar Schlankheitstabletten mitverkaufen.

 

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Unser Online Kurs "Bessere Körperhaltung für ein Leben ohne Rückenschmerzen" jetzt direkt hier!

Gute Nachrichten: Wir stehen kurz vor der Einschreibung des 500. Kursteilnehmers in der deutschen Version meines Online Kurses "Gesunde Körperhaltung für ein Leben ohne Rückenschmerzen". 

Daher habe ich den Kurs jetzt noch viel besser gemacht! Das hat sich geändert:

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Und jetzt noch eine gute Nachricht: Wenn Sie den Kurs bereits erworben haben, können Sie kostenlos wechseln und hier weiterlernen. Senden Sie mir dafür bitte einfach eine e-mail mit Ihrem Namen und dem Einschreibedatum des alten Kurses. 

 

Sie sind noch nicht eingeschrieben? Hier erhalten Sie den Kurs jetzt zum halben Preis! Viel Spaß beim Lernen!

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Warum Sie (auch) einen Rundrücken brauchen und was Röntgen und MRT verschweigen

Bild einer Scoliose - Behandlung der Faszien
Röntgenbild einer Scoliose

 

"Sie haben nichts..."

Immer mal wieder bringen mir Patienten - oft voll durchtherapiert und mit den Nerven am Boden - einen riesigen Stapel Röntgenbilder mit. Damit ich sehe, was sie so haben. Oder sogar noch öfter, nicht haben. Bezeichnend oft haben nämlich Menschen Schmerzen und bekommen von ihren Ärzten gesagt, sie “hätten nichts”. 

Diese Diagnose ist natürlich gleich doppelter Unsinn. Wenn ein Mensch Schmerzen hat, dann ist das so. Und dann liegt auch ganz sicher eine Pathologie vor, Schmerz bildet man sich nicht einfach so ein. 

Wenn Ihnen also noch mal jemand sagt, sie hätten nichts, dann dürfen Sie gerne antworten: “Falsch, Sie haben es nur nicht gefunden!”. 

Dies ist keine Spitzfindigkeit. Manche Patienten leiden darunter, dass sie mangels Befund nicht Ernst genommen werden. Manche werden gar zum Psychologen geschickt. Das dürfte aber nur in den allerseltesten Fällen angezeigt sein. 

 

Tatsächlich haben bildgebende Verfahren als Diagnosemittel neben ihren unbestreitbaren Vorteilen auch Nachteile, die gern übersehen werden.

 

Bilder sind zweidimensional

Ein zweidimensionales Bild von einem dreidimensionalen Körper zeigt nicht die ganze Wahrheit. Denken Sie dabei zum Beispiel an Menschen mit einer Skoliose. Eine Skoliose ist eine Wirbelsäule, die, statt gerade im Körper zu verlaufen, eine seitliche Abweichung hat. Dies geht immer auch mit einer Verdrehung (Torsion) einher. 

Die Seitenabweichung ist auf einem Bild schön zu sehen, wie stark die Torsion ist, ist aber schon viel schwieriger einzuschätzen. 

Beides kann man aber wunderbar direkt am Objekt (also Ihnen) sehen. Denn Sie existieren in 3D und man sieht neben der Wirbelsäule auch noch zum Beispiel die Position der Beine, des Beckens, der Schulter und des Kopfes. So kann man sich auch ein direktes Bild vom Verdrehungsgrad der WS machen - ohne teure und ungesunde bildgebende Verfahren. 

 

Bilder zeigen nur den Teil, der wehtut

Wer Rücken- oder Nackenschmerzen hat, der wird in der Regel auch nur dort geröngt, wo es wehtut. Dann schaut sich zum Beispiel der Orthopäde den Zustand der Knochen und Bandscheiben an und vergleicht dieser mit der “Norm”. Wenn dort keine Abweichung zu sehen ist, haben Sie nichts. 

Oder Sie haben, wie eigentlich alle Menschen ab 20, abgenutzte Bandscheiben. Na, da kann man nicht viel machen. Am besten erst einmal eine Spritze und dann noch zehn Einheiten Krankengymnastik. Ob hier wirklich eine Kausalität vorliegt, ist nicht zu beweisen. Sicher ist jedenfalls, das man bei Schmerzen immer den ganzen Körper untersuchen und behandeln sollte. 

Was ist zum Beispiel, wenn Ihre linke Wade versteift ist und die Schmerzen (mit)verursacht? Das sehen Sie natürlich auf keinem Bild. 

 

 

Bilder zeigen weder ihr Nervensystem noch Ihr Bindegewebe

Bildgebende Verfahren können Aufschluss darüber geben, in welchem Stadium ein Bandscheibenvorfall ist und ob er operiert werden muss. Auch Schäden am Meniskus können mit Röntgen oder Magnetresonanztomographie bestimmt werden. Solche Diagnosen sind Sache der Mediziner und bei Schmerzzuständen unverzichtbar. Überhaupt soll dieser Beitrag Sie auf keinen Fall dazu anleiten, auf kompetenten medizinischen Rat zu verzichten oder einen solchen zu ignorieren. 

Dennoch muss man sich der Tatsache bewusst sein, dass Muskeln, Bindegewebe und das, was im Gehirn vorgeht auf solchen Bildern nicht zu sehen ist. Dicht beieinander liegende Faszien Schichten können oft “verkleben” (Adhäsion). Sie kennen das vielleicht, wenn Sie mal ein Bein oder einen Arm in Gips hatten. Dann atrophiert nicht nur der Muskel, das Körperteil fühlt sich auch steifer an. Das kann dann an verklebten oder “ausgetrocknetem” Bindegewebe liegen. 

Insofern Ihr Arzt andere Gründe ausgeschlossen hat, kann es sich hier lohnen, eine sogenannte Strukturelle Bewegungsanalyse von einem kompetenten Faszien Therapeuten vornehmen zu lassen. Das erfahrene Auge identifiziert solche Adhäsionen anhand Ihrer Bewegungsmuster und kann Sie entsprechend behandeln. 

 

 

Bilder zeigen nicht, wie Sie sich halten und bewegen

Egal ob MRT oder Röntgen, dem Patienten wird immer genau vorgeschrieben wie er sich zu halten oder hinzulegen hat, damit man auf dem Bild möglichst viel sieht. Genau hierin liegt aber auch ein Problem, wenn sich daraufhin die Diagnose vor allem am Bild orientiert: Die Aufnhame zeigt nicht, wie sich derjenige in der Regel hält und bewegt. Wenn Sie zum Beispiel permanent einen Rundrücken und nach vorne geschobenen Kopf haben, so führt das fast unausweichlich zu Schmerzen. 

Werden Sie aber nun zum Beispiel auf dem Rücken liegend in eine Röhre geschoben, dann sorgt die Schwerkraft dafür, dass Sie auf einer harten Unterlage für die Zeit der Aufnahme eben genau diese Haltung nicht einnehmen. Wenn Sie zu hause auch noch auf einer weichen Matratze schlafen, die sich ihrem Rundrücken schön gemütlich anpasst, dann haben Sie vielleicht seit Monaten das erste Mal keinen Rundrücken. 

Somit zeigt das Bild dem Betrachter dann einen absoluten Ausnahmezustand, mit vorbildlicher Haltung. Therapeuten und Ärzte, die ihre Diagnose zu stark auf bildgebende Verfahren stützen, können so in die Irre geführt werden. 

 

Dabei ist ein Rundrücken an sich nicht immer schlecht! 

 Um zu verstehen, warum das so ist, muss man in Bewegung denken, nicht in Haltung. Eine Haltung ist starr, daher “Totenstarre”. 

Solange Sie leben, bleiben Sie hingegen in Bewegung - und wenn es nur die Atembewegung ist. Daher muss der geschulte Therapeut immer Ihre Bewegung, nicht Ihre Haltung beurteilen. Daher heisst es bei uns im Senmotic auch “strukturelle Bewegungsanalyse”. 

Das bedeutet, dass wir anhand Ihrer Bewegung auf Faszienstrukturen schliessen und unsere Behandlung anschliessend darauf abzielt, die Funktion, also die richtige Bewegung wiederherzustellen. 

 

Wenn auch ich manchmal von einem Rundrücken spreche ist das daher eine Vereinfachung. Tatsächlich lautet dann die Diagnose, dass der Brustkorb permanent in dieser Position verharrt und zwar insbesondere auch dann, wenn er sich mit einer Bewegung eigentlich öffnen müsste.

 

Um dies an sich zu erfühlen, stellen Sie sich bitte einmal hin und machen Sie einen Rundrücken. Greifen Sie jetzt mit der rechten Hand in die linke Hosentasche. Das sollte Ihnen leicht fallen, denn hier ist der Rundrücken “richtig”. Geht der Ellebogen nach innen, muss nämlich das Brustbein sinken um der Bewegung Platz zu machen.

Geht der Ellebogen hingegen nach aussen, muss das Brustbein sich heben. Das merken Sie, wenn Sie den Rundrücken halten und mit dem rechten Arm hinter Ihrem Rücken in die rechte, hintere Hosentasche fassen wollen. Da wird jetzt das gesenkte Brustbein hinderlich. Denn geht der Ellebogen nach aussen, so muss sich das Brustbein heben. 

 

Da die meisten Erwachsenen einen steifen Brustkorb haben, können Sie nur eine von beiden Bewegungen entspannt und koordiniert ausführen. Unbewusst vermeiden Sie oft die andere Bewegung und verlieren so an Beweglichkeit und Spontaneität. 

 

Strecken Sie gerne um Vergleich ihre Brust stolz nach vorne und wiederholen Sie den Taschentest. Folgerichtig werden Sie nun feststellen, das es schwieriger wird, die vordere Hosentasche zu erreichen, Sie aber viel leichter an die hintere Tasche kommen. 

Wenn Sie das erspürt haben, wissen Sie auch, warum es keine gute oder richtige Körperhaltung gibt, sondern nur mehr oder weniger gut funktionierende Körper. Da sich Ihre Faszien mit und durch Ihr Bewegen formen, verfestigen sich einseitige Bewegungsschemata immer stärker. Wer mit einem eingefallenen Brustkorb durch die Welt geht, für den wird es auch physisch immer schwieriger ihn ausnhamsweise einmal anzuheben. Und so sind ältere Menschen dann oft nicht mehr in der Lage, einfache Alltagsbewegungen auszuführen. 

Daher muss auch der geschulte Therapeut nicht nur statisch eine Haltung beurteilen, sondern die Bewegungsschemata seines Patienten analysieren. 

Und natürlich gilt es auch, dem Patienten Werkzeuge an die Hand zu geben, sich verlorene Bewegungsmöglichkeiten wieder anzueignen. Das hat natürlich nichts mit Sport oder Training zu tun. Auch nichts mit dem sogenannten Faszientraining (oder Faszienfitness oder Faszienyoga oder Faszienponyreiten). 

 

Hier geht es um das (wieder)erlernen natürlicher Bewegungsmuster. Bei mir lernen Sie das in meinem Online Kurs und natürlich in unserer Kampfkunst.

 

Nachtrag (24.10.2016) Die "Academy of Medical Royal Colleges" hat gerade eine Liste von 40 Tests und Behandlungen veröffentlicht, die dem Patienten wenig oder gar nicht helfen. Dabei wird, wenn sonst keine Faktoren dies nahelegen, vom Röntgen bei Rückenschmerzen abgeraten ("X-rays for lower back pain, if no other concerning features"). 

 

Nachtrag (02.11.2016) Im folgenden finden Sie eine Bewertung meines Online Kurses und zugleich einen kleinen Erfahrungsbericht: 

 

Ich bin noch dabei den Kurs durchzuarbeiten und habe die Übungen des richtigen Gehens zunächst vorgezogen, weil ich ein massives Problem mit dem linken Knie habe und mich deshalb beim Gehen vorwiegend auf das rechte Knie stütze, worauf dieses offensichtlich überfordert auch anfängt Probleme zu machen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass diese ganze Problematik möglicherweise an einer falschen Gehgewohnheit liegt. Schon nach kaum einer Stunde Gehtrainings-Übung merkte ich, wie die Knie beim Gehen entlastet wurden. Die Übungen fielen mir leicht und erinnerten mich an meine Jungmädchenzeit, als ich gerne hohe Stöckelschuhe trug. Gewiss ungesund einerseits für den Fuß, andererseits tritt man automatisch mit dem Vorderfuß dabei auf. Da hatte ich nie Probleme mit den Knien, das kam erst mit dem Tragen flacher Schuhe. Mit der Ferse zuerst aufzutreten, das ginge mit hohen Stöckelschuhen ja gar nicht. So konnte ich die Gehübungen in Erinnerung an diese Erfahrung sehr schnell nachvollziehen und habe absolut keine Knieschmerzen dabei! Ist doch toll, wenn man überlegt, wie wenig Salben bislang gebracht haben. Nachdem am Röntgen nichts Schwerwiegendes entdeckt wurde, was die Schmerzen begründete, hat mich die Klinikärztin zum MRT geschickt, für das ich Ende April einen Termin bekommen habe. Aber jetzt frage ich mich: Warum kommt denn von den Ärzten keiner auf die Idee, dass Knieprobleme möglicherweise auch nur mit falschem Gehen zu tun haben können? Bin gespannt, was das MRT bringt? Ein hilfreicher Kurs! Ich bin gespannt, was er mir noch bringt, wenn ich die Übungen für die anderen Körperbereiche nachhole. Aber schon jetzt hat sich der Kurs bei meinem akuten Problem gelohnt! Vielen Dank! Ich bin begeistert!

 

Nachtrag (03. Januar 2017) Gerne möchte ich Ihnen auch den Artikel "Kernspindiagnostik: Wenn aus Kerngesunden plötzlich Kranke werden" auf Spiegel Online plus empfehlen.

 

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Senmotic Function: Kampfkunstunterricht jetzt auch in der Kleingruppe

Wie Sie vielleicht bereits aus meinem Newsletter erfahren haben, interessieren sich immer mehr Menschen auch für unsere Kampfkunst, das Senmotic Function. 

Hier lernt man, seinen Körper sowohl in Gefahrensituationen also auch im Alltag optimal zu benutzen. Somit führt die Kampfkunst auch das Ziel der Faszien Behandlung weiter, nämlich den Körper wieder zu einer optimalen Funktion zu verhelfen und die Bewegungsqualität zu steigern.

 

Wegen des großen Interesses meiner Patienten biete ich daher ab jetzt auch Kleingruppenunterricht an. Hier lernen wir mit maximal sechs Teilnehmern in entspannter Atmosphäre.

 

Mehr dazu erfahren Sie unter Kampfkunst.

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Werbelüge "Starker Rücken" - Jetzt als e-book

Werbelüge „starker Rücken"  - Jetzt als e-book erhältlich!

Mein Buch Werbelüge "Starker Rücken" ist nun als e-book erschienen und bei amazon.de erhältlich.

Das Paperback wird spätestens im April erscheinen, dann werden auch die Englische und die Französische Version als gedruckte Bücher erhältlich sein. 

Hier der Klappentext:

Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass gerade Profi-Sportler mit einem starken und muskulösen Rücken besonders häufig unter Bandscheibenvorfällen und Rückenschmerzen leiden?

Warum das so ist? Weil ein starker muskulöser Rücken immer auch ein steifer und komprimierter Rücken ist. Die wissenschaftliche Forschung bestätigt jedoch schon lange: Wichtig ist ein beweglicher und geschmeidiger Rücken. Und den bekommen Sie am besten wieder im Alltag. Schließlich findet Ihre Bewegung überwiegend im Alltag statt. 

Der international renommierte Senmotic Faszientherapeut Peter Scholten zeigt Ihnen in diesem Buch, wie Sie Ihren Rücken im Alltag wieder richtig nutzen und sogar Spaß dabei haben. An einfachen verständlichen Beispielen erklärt Ihnen der Autor das richtige Stehen, Gehen und Sitzen. Diese Anleitungen können Sie wieder zu einem beweglichen und schmerzfreien Rücken führen. So ganz nebenbei räumt Peter Scholten auch mit zahlreichen anderen Mythen zum Rücken und zur Bewegung auf. Dieses Buch ist ein Muss für alle Schmerzgeplagten.   

Hier können Sie das e-book erwerben: www.amazon.de.

Das Paperback ist ebenfalls bei amazon oder direkt hier erhältlich.

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Vom Detox-Mythos

Detox? Kommentar von Peter Scholten, Faszien Experte, Wiesbaden

Im Januar sprechen mich immer wieder viele meiner Kunden auf eine "Entgiftungskur" an. Sie fragen sich, ob sie nach den Exzessen der Weihnachtszeit nun ihren Körper entgiften müssen. 

Tatsächlich werden ja im Januar überall alles mögliche rund um Detox (Entgiftung) angeboten: Detox Tees, Detox Yoga, Detox Pflaster, Detox Diäten, Detox Bürsten, Detox Shampoo und bestimmt dann auch bald Detox Faszien-Kuren ;)

Falls Sie auch überlegen, im Januar eine Detox Kur zu machen, habe ich nun eine gute Nachricht für Sie: Das haben sie schon im Dezember getan. Und angefangen haben Sie damit schon vor Ihrer Geburt.

Unsere Leber und unsere Nieren filtern und entgiften den ganzen Tag. Zum Beispiel fliesst Ihr gesamtes Blut mehrere Hundert Mal am Tag durch Ihre Leber und wird dort entgiftet. Es wird davon ausgegangen, dass die Leber 2000 Liter Blut am Tag entgiftet. 

Zur zusätzlichen Sicherheit haben Sie auch noch eine Blut-Hirn-Schranke, die Ihre grauen Zellen vor Krankheitserregern und Toxinen schützt.

Weitere Detox Produkte dienen da vor allem dem Geldbeutel des Produzenten. 

Wer sich intensiver mit dem Marketing Mythos "Detox" auseinandersetzen möchte, der kann zum Beispiel mit dem Artikel und den weiterführenden Dokumenten von "sense about science" beginnen. Hier wurden auch Hersteller von Detox Produkten eingeladen, Detox zu definieren und Entgiftungswirkungen nachzuweisen. Die Ergebnisse sind recht erheiternd!

Also gilt auch im Januar: Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind die Pfeiler Ihrer Gesundheit. 

 

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Der Bauch - Ihr Energiezentrum und Powerhouse?

Willkommen, liebe Leser, im Januar, dem Monat der guten Vorsätze. Viele Menschen beginnen das Jahr mit dem Vorsatz, den Weihnachtsspeck abzutrainieren und überhaupt mal wieder etwas für die Gesundheit zu tun. 

Ein Blick auf die Groschenmagazine im Zeitschriftenhandel zeigt: Auch jetzt ist es wieder Zeit für ein Sixpack, der nächste Sommer kommt bestimmt! Und auch dieses Jahr kommen wieder die wahnsinnig effektiven Übungen für einen flachen Bauch, die besser sind, als diejenigen der letzten 20 oder 30 Jahre. 

Auch in anderen Trainingsformen wird dem Bauch oft eine völlig falsche Rolle zugewiesen, die als Energiezentrum, oder, wenn Sie es neudeutsch mögen als “Powerhouse”. 

So kommen denn auch immer wieder Menschen in meine Praxis, die unter verspannten Bäuchen leiden. 

Deshalb mal hier zum Jahresanfang ein paar ganz einfache Dinge zum Bauch, oder genauer gesagt zu Ihren Bauchmuskeln:

 

  1. Ihr gerader Bauchmuskel, der, der den Sixpack formt, ist ein Beugemuskel. So wie Ihr Bizeps Ihren Arm beugt, nutzen Sie ihren “rectus abdominis” um Ihr Schambein zu heben, oder ihren Brustkorb herunterzuziehen, oder beides. Also ein Muskel, der ihren Körper einrollt und aufgrund seiner Verspannung oft den Brustkorb nach unten zieht und so einen Rundrücken begünstigt. 
  2. Daneben gibt es noch die seitlichen Bauchwandmuskeln. Diese helfen Ihnen bei Rotationen, ziehen den Bauch ein und Senken die Rippen. 

 

Ganz vereinfacht betrachtet komprimieren die Bauchmuskeln den Raum zwischen Brustkorb und vorderem Becken. 

Wer das versteht, der kann nicht gleichzeitig annehmen, dass diese Muskeln für eine leichte, aufrechte Körperhaltung sorgen, oder den Körper stützen. Sind diese Muskeln atrophiert oder übertrainiert, ziehen sie den Körper in eine Rundrückenposition. 

Wenn Ihnen also noch einmal jemand sagt, sie müssten diese Muskulatur kräftigen um sich aufrechter halten zu können, dann können Sie ja dann herzlichen zusammen lachen. Oder mal ein Anatomiebuch verschenken. 

 

Lustigerweise brauchen gerade Methoden, die die Bauchmuskeln völlig falsch trainieren, auch immer wieder viele Atemübungen. Das ist ja auch logisch. Je stärker Ihre Bauchmuskeln den Oberkörper nach unten ziehen, desto mehr Arbeit haben etwa Ihre Treppenmuskeln (die scaleni, die den Brustkorb anheben). So ergeben sich dann auf Dauer verspannte, oberflächliche Atemmuster. 

 

Wo wir gerade beim Atmen sind. Sie brauch das nicht zu üben. Atmen ist eine komplexe Angelegenheit, die der Körper ganz von alleine automatische perfekt regelt - oder regeln könnte, wenn er nicht so verspannt wäre. Keinesfalls müssen Sie zum Beispiel beim Atmen die Bauchdecke aktiv nach innen ziehen. 

 

Wer meinen Online Kurs zur Körperhaltung kennt, hat dort allerdings auch Atemübungen entdeckt. Wer das Senmotic System ein bisschen kennt, der weiss schon, dass ihn dort keine Kräftigungs- oder Dehnungsübungen erwarten. Tatsächlich führen die Übungen nur dazu, sich bewusst zu machen, wo man vielleicht verspannt und die Atmung “festhält”. Wer das verstanden und einmal umgesetzt hat, der braucht das auch nicht zu wiederholen. Anders gesagt: Ein entspannter Körper mit natürlicher Körperstruktur braucht keine Atemübungen. 

 

Ich weiss natürlich auch, dass mit Core-Strength auch noch andere Muskeln gemeint sind, insbesondere die Hüftbeugen und der Beckenboden. Und es stimmt schon, dass diese Muskelgruppen und das sie umgebende Bindegewebe (Faszien) oft verkümmert und verklebt sind. 

 

Macht es jetzt Sinn, mit bestimmten Übungen den Beckenboden und den Psoas-Illiacus (Hüftbeuger) zu stärken?

 

Ich bezweifle stark, dass dies eine nachhaltige Lösung ist. Jedenfalls ist es Zeitverschwendung. Sie müssten ja dann den Rest Ihres Lebens täglich trainieren. Wohlmöglich noch zusätzlich zu den anderen Dehn- und Kräftigungsübungen, die ihnen von noch so verschrieben werden. 

Da werden Sie nie fertig. Vielleicht hält diese Motivation ja den Januar durch. Aber bis nächstes Jahr? Oder die nächsten Jahrzehnte? 

 

Die Idee, man müssen irgendwelche Körperteile regelmässig speziell trainieren, geht von der falschen Vorstellung aus, dass es unmöglich sei, die Muskeln in einem durchschnittlichen “Büroalltag” in Form zu halten. Tatsächlich führt unser vom Sitzen geprägter Lebensstil zu Problemen. Dennoch können Sie nie so viel trainieren und üben, wie Sie im Alltag verkümmern lassen. 

 

Daher hier auch wieder meine Empfehlung: Lernen Sie lieber, sich im Alltag richtig zu bewegen. Gerade für den Beckenboden macht es zum Beispiel einen gewaltigen Unterschied, ob Ihr Körpergewicht im Sitzen vor oder hinter den Sitzbeinhöckern ruht. Oder ob Ihr Becken nach hinten geht, wenn Sie sich beugen. Oder wohin Ihre Füsse zeigen, wenn Sie Laufen.

 

Auch beim Beckenboden geht es nicht nur um Kraft, sondern auch um Kontrolle. Sicher mögen die sogenannten Kegel Übungen für manche Menschen wichtig sein. Aber für die meisten wären sie nie nötig, wenn sie sich im Alltag richtig bewegen würden. 

 

Wo liegt also nun das Energiezentrum des Menschen? Ich persönlich betrachte den Menschen immer als ganzes und stelle mir deshalb solche Fragen nicht. Es braucht einen ganzen Menschen um wie ein Mensch zu funktionieren.

 

Spasseshalber antworte ich aber immer gerne: Das Energiezentrum des Menschen ist sein Po!

 

Das ist leider nicht so mystisch wie der Bauch und ich weiss noch nicht mal, ob es eine Po-Chakra gibt ;)

 

Tatsache ist aber, dass der Mensch sich in der Schwerkraft bewegt und dass die meiste Muskelenergie darauf verwendet wird, sich in der Schwerkraft aufrecht zu halten. 

 

Aufgrund seines Volumens, seiner Kraft und der Position in der Mitte des Körpers könnte man also durchaus argumentieren, dass Ihr Gluteen Ihr Energiezentrum sind. Oder ihre Waden, die haben auch ganz schön Kraft. Oder Ihr Darm, Ihr Herz oder ihr Gehirn. 

 

Letztlich spielt das aber keine Rolle. Wichtig ist nur, dass Sie nicht dem jährlichen Jahrmarkt an Kräftigungs- Dehnungs- und Atemübungen verfallen. 

 

Bewegen Sie sich also auch in 2016 wieder viel(fältig) und mit Spass an der Sache. 

 

Übrigens, einen schlanken Bauch bekommen Sie in der Küche, nicht im Studio! 

 

Also, Guten Appetit und Frohes Neues Jahr!

 

 

 

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Wie Faszientherapie und Faszientraining gegen Rückenschmerzen wirken können - Haben Sie schon einen Faszienkater?   

Richtig Sitzen, Stehen, Gehen und Atmen - darauf kommt es an!
Richtig Sitzen, Stehen, Gehen und Atmen - darauf kommt es an!

Da das Thema Faszien ja zur Zeit in den deutschen Print- und Onlinethemen im Trend liegt, glauben nun viele Menschen mit der Faszientherapie ein Wundermittel gegen ihre Rückenschmerzen gefunden zu haben. Und in der Tat ist Faszientherapie eine Hoffnung für viele Menschen, die jahrelang erfolglos mit dem Dreikampf Stärken, Dehnen, Spritzen (oder Massieren) behandelt wurden.  Der Mythos vom starken Rücken, der keinen Schmerz kenne, ist längst als Werbelüge entlarvt wurden. Dafür brauchte es keener besonderen Studien, es genügte schon der reine Menschenverstand – oder die Lektüre der Sportnachrichten. Neben Tiger Woods und Vladimir Klitschko zählt nach neuesten Meldungen nun auch der Basketballspieler Kobe Bryant der Los Angeles Lakers zu den Menschen, die einen hervorragend trainierten und starken Rücken haben – der ihnen unglaubliche Schmerzen bringt und ihre Karriere vorzeitig beendet. Zitat: “Mein Rücken bringt mich um” (Spiegel online vom  17. November 2015).

 

Nach der Euphorie über Faszientherapie und Faszientraining kann ich Ihnen heute auch schon einen “Faszienkater” vorhersagen. Der Tag, an dem auch die nächste Wundermethode vermeintlich versagt und Rückenschmerzen oder andere Beschwerden wiederkommen.

 

Das liegt daran, dass einem Mensch zwar mit Faszienthrapie oft zunächst mal der Schmerz genommen werden kann. Was aber offensichtlich versäumt und verschwiegen wird, ist, dass es dann doch nicht ganz so einfach ist.

 

Die Beschwerden, insoweit es sich um mechanische Rückenschmerzen handelt, sind daraus entstanden, dass man seinen Körper falsch benutzt. Rundrücken, Schuhe mit Absätzen, zu Enge Hosen, Bauchmuskeltraining, falsche Sitzpositionen und vieles mehr haben Bewegungsmuster und eine Körperstruktur geschaffen, die Rücken-, Schulter, oder Knieschmerzen verursachen.

 

Daher reicht es leider nicht, sich mal beim Therapeuten abzugeben. Oder planlos nach Massenprogramm auf einer Plastikrolle hin und her zu rutschen. Diese Mode wird schneller wieder untergehen, als der Hula-Hoop Reifen aus den 80ern.

 

Wer sich dauerhaft schmerzfrei bewegen will, der muss das Problem systemisch angehen. Das heisst, dass man krankmachende, einengende Kleidungsstücke aussortieren muss. Dass man die Wanderschuhe, den Sitzball und den ergnomischen Bürostuhl entsorgt. Und vor allem, dass man sich wieder richtig bewegen lernt.

 

Bewegung entsteht im Gehirn. Deshalb müssen effiziente, bio-mechanisch korrekte Bewegungsmuster wieder freigelegt oder neu erlernt werden. Das ist ein Lernprozess, hat mit Sport und Fitness aber nichts zu tun.

Da das Thema Faszien zur Zeit sehr beliebt ist, kommen hier leider “Faszientraingsprogramme” und Übungen auf den Markt, die diese Problematik ignorieren.

Hier werden die seit Jahrzehnten bekannten Bewegungen aus der Gymnastik oder dem Zirkeltraining für den unbedarften Kunden noch mal neu verpackt. Ob solche Übungen etwas bringen, oder viele Probleme überhaupt erst schaffen, das lasse ich mal dahingestellt.

Sicher ist aber, dass Sie nicht dazu führen, dass der Übende anschliessend seine Bewegungsqualität im Alltag so verbessert, dass er seinen Rücken und überhaupt sich selbst “artgerecht” benutzt.

 

Hier aber liegt das Ziel und gleichzeitig das “Geheimrezept” einer auf Dauer erfolgreichen Therapie: Der Patient soll mündig und der Therapeut überflüssig werden. Nur dann kann man sich erhoffen, wieder dauerhaft schmerzfrei zu werden.

 

In der Senmotic Faszientherapie bekommt der Kunde daher immer begleitend Übungen mit, die seine Bewegungsqualität verbessern. Wie beim Fahrradfahren muss das einmal Erlernte dann auch nicht ständig wiederholt werden.

 

So gewinnt der Kunde Zeit zum Leben, die er nicht mit “Training” vergeuden muss.

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Artikel im Focus vom 07 November 2015: Was dem Körper Halt gibt - die Macht der Faszien

Die Aktuelle Ausgabe des FOCUS vom 07. November 2015 hat den Titel: "Was dem Körper Halt gibt - Die Medizin entdeckt die Macht der Faszien". Ähnlich anderer Artikel zu dem Thema kommen hier wieder viele Menschen zu Wort, die durch Faszientherapie von jahrelangen Leiden erlöst wurden. Besonders bemerkenswert, weil im Praxisalltag immer wieder auftretend, ist die Geschichte einer Frau, deren Schmerzen vom Orthopäden als "altersbedingter Verschleiss" abgetan wurden - der aber nach der Behandlung mit Faszientherapie verschwand.

Den Kommentar "damit müssen Sie leben" haben viele meiner Kunden gehört - und wollten dies zum Glück so nicht akzeptieren. 

Es wird auch viel über Faszienrollen (oder "Blackrolls") geschrieben. Viele von Ihnen wissen ja, dass ich kein grosser Fan dieser Plastikrollen bin, da der Nutzer damit einfach zu weit hinter den Möglichkeiten einer richtigen Faszientherapie zurückbleibt. Wem es aber hilft, ein paar erste Schritte Richtung Körpergefühl zu tun und wenn das Ding zusätzlich noch Interesse am Thema weckt - na denn!

Schön ist es, dass es in dem Artikel nicht nur um die Bekämpfung von Rückenschmerzen geht, sondern gerade auch um das Thema Faszientherapie zur Leistungssteigerung im Profi- und Amateursport. Tatsächlich kann ich Sportlern nur dringend empfehlen, sich in die erfahrenen Hände eines kompetenten Spezialisten für Faszientherapie zu begeben. Damit kann nicht nur die sportliche Leistung gesteigert werden - sie können auch Verletzungen besser vorbeugen. Manche Menschen denken, sie sollten zum Therapeuten gehen wenn es weh tut. Tatsächlich ist der beste Moment mit der Faszientherapie zu beginnen dann, wenn gerade alles in bester Ordnung ist. 

Insgesamt also ein schöner Artikel, der nichts wirklich Neues bringt, aber positiv dazu beiträgt, das Thema Faszien in der Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Als Senmotic Faszientherapeut finde ich natürlich den Teil über "Bewegung und Übungen" wieder grauselig. Es scheint, als mache sich in der Szene immer noch keiner tiefere Gedanken zum Thema Bewegungsqualität im Alltag. Noch zu sehr in den ineffizienten Denkmustern der Fitnessindustrie verhaftet, werden hier wieder Übungen gezeigt.

Was hier noch mal deutlich gesagt werden muss: Es geht nicht ums Üben. Sie können gar nicht so viel üben, wie Sie dann den Rest des Tages wieder falsch machen. Es geht ums Lernen. Sie sollen lernen, es im Alltag richtig zu machen.  Wo doch viele Therapeuten mit so viel Stolz darauf verweisen, dass sie mit dem Nervensystem arbeiten, dann sollte man doch den Gedanken auch zu Ende denken und die im Gehirn liegenden Bewegungsmuster optimieren. Das hat dann mit Fitness nichts mehr zu tun -  sondern mit Bewegungsqualität. Das schöne daran: Echte, gelernte Bewegungsqualität ist wie Fahrrad fahren oder Schwimmen - einmal ins Nervensystem integriert, verliert man die so erworbenen Fähigkeiten auch im Alter nicht. 

So bleibt man jung!

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Wie man sich bettet, so steht man: Über das Schlafen in Rückenlage und warum Sie eine harte Matratze brauchen

Liebe Leser, 

während ich noch mein Buch Korrektur lesen lasse und nach einem Buchtitel suche, können Sie hier schon mal einen Auszug aus dem Kaptiel über Schlafpositionen und gesunde Matratzen lesen. 

Viel Spaß damit.

 

Schlafen in Rückenlage - Wie weiche Matratzen Ihren Rundrücken noch verschlimmern

Stellen Sie sich mal einen Menschen mit Rundrücken vor wie er da so steht. Entgegen dem Prinzip der Zig-Zag Linie, das Sie im vorhergehenden Kapitel kennengelernt habn, steht so ein Mensch eher wie ein Fragezeichen, gebeugt, alt, und müde von der zusätzlichen Arbeit, die seine Muskeln leisten müssen.  

Nun drehen Sie dieses Bild mal um neunzig grad, dann haben Sie einen liegenden Menschen mit Rundrücken.

Legen Sei diesen Menschen jetzt bitte mental auf einen steinharten Fussboden und stellen Sie sich vor, wie im Schlaf die Schwerkraft wirkt.

Genau, als erstes würde sich der Kopf senken und auf dem Fussboden aufliegen. Dadurch würde sich mechanisch das Brustbein heben.

Die im Stehen nach vorne zeigenden Schultern würden nun im Liegen zunächst nach oben zeigen, aber dann so wie der Kopf im Laufe der Nacht langsam von der Schwerkraft neben den Brustkorb gezogen werden.

 

Anders gesagt, wenn Sie einen Rundrücken haben, dann können Sie sich im Schlaf wunderschön von der Schwerkraft dehnen lassen und am nächsten Morgen aufgerichtet aufstehen.

Nun stellen wir uns den gleichen Menschen noch mal auf einer sehr weichen Matratze vor und zu allem Überfluss legen wir ihm jetzt noch ein schönes dickes Kopfkissen unter den Schädel. Das Kopfkissen sorgt zunächst dafür, dass der Kopf, den Sie den ganzen Tag schon vor sich hergetragen haben, auch Nachts noch in dieser schönen Position bleibt.

Die weiche Matratze egal ob Latex, Federkern oder Erinnert-Sich-an-Ihren-Rundrücken-Schaum lässt Sie schön tief einsinken. Hier muss sich der Körper natürlich überhaupt nicht anpassen und verbleibt die ganze Nacht in dieser gebeugten Haltung.

 

Wenn Sie dann am nächsten morgen den Körper mental wieder um neunzig Grad drehen und in eine “aufrechte” Körperhaltung bringen, hat sich diese grauselige Körperstruktur über Nacht noch verfestigt. Und wenn Sie noch tausend Euro drauf legen, dann erinnert sich der Schaum am Abend wieder an Ihren Rundrücken und heisst sie für die nächste Runde willkommen.

(...).

Es macht keinen Unterschied, ob Sie täglich dreissig Minuten Stretching oder Yoga üben, wenn Sie dann Nachts mit einer weichen Matratze und Ihrem Kopfkissen all diese Anstrengungen wieder zunichte machen.

Die Rückenlage auf einer harten Matratze ist daher im Kampf gegen Rückenschmerzen in der Regel die beste Lösung.

Um es sich etwas bequemer zu machen, empfehle ich übrigens in Rückenlage ein Kopfkissen unter die Knie zu schieben. Das lässt die Lendenwirbelsäule flacher aufliegen und wird als sehr entspannend empfunden. Bei akuten Rückenschmerzen ist das oft eine sehr effiziente erste Hilfe.

Wer radikal von sehr weich auf Futon-hart umstellt und Kopfkissen gewohnt ist, der kann übrigens in den ersten Wochen mit Muskel- vielleicht sogar Faszienkater rechnen. Gerade im Alter kann es ratsam sein, eher langsam umzustellen.

Für mich als Faszientherapeut ist übrigens die Tatsache interessant, dass Patienten nach der ersten Sitzung oft davon berichten, dass Ihnen dass Kopfkissen auf einmal unbequem ist, selbst wenn das Thema schlafen noch nicht angesprochen wurde.

Das liegt in der Regel daran, dass der Kopf als Resultat der Sitzung wieder über den Schultern steht. Viele Menschen wirken dadurch auch ein wenig grösser.

Also, schlafen Sie gut - und vergessen Sie nicht: Wie man sich bettet, so steht man!

 

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